Filmmontag
17. März, 18 Uhr (!)
Otto-Mauer-Zentrum
Radu Jude ist der aktuell wichtigste Filmemacher des rumänischen Kinos. In seiner Gesellschaftsfarce „Erwarte nicht zu viel vom Ende der Welt“ nimmt er Rumäniens Gesellschaft grandios aufs Korn und verpackt darin gleichzeitig eine ebenso brillante Kritik der aktuellen Medienverhältnisse. Und Österreich spielt in dem Ganzen als Chiffre und Prototyp eines das südosteuropäische Land ausbeutenden Molochs eine unrühmliche, aber wirklichkeitsnahe Rolle: Angela ist eine gestresste Videoproduktionsassistentin mit 20-Stunden-Tag in Bukarest, die für einen österreichischen Konzern Protagonisten castet, welche über ihren eigenen Arbeitsunfall erzählen sollen. Die hiesige Firma will mit einem Video über Arbeitsschutz ihr Image aufpolieren – bekanntlich hat Österreich ja keine gute Nachrede, weil es für die illegale Abholzung rumänischer Wälder (mit)verantwortlich gemacht wird. Die österreichische Produktionsleiterin, die bezeichnenderweise den Namen Goethe trägt, wird von der deutschen Charakterdarstellerin Nina Hoss gespielt.
Erwarte nicht zu viel vom Ende der Welt (Nu aștepta prea mult de la sfârșitul lumii)
Regie: Radu Jude. Mit Ilinca Manolache, Ovidiu Pîrşan, Nina Hoss, Uwe Boll, Dorina Lazar, László Miske. 163 Min.