GÜNTER STEMBERGER
Dienstag, 14. November, 18.30 Uhr (!)
Otto-Mauer-Zentrum
Die jüdische Diaspora war Grundlage für die Ausbreitung des Christentums, beginnend mit Antiochia, wo zuerst der Name „Christen“ aufkam. Die gesamte Paulus-Mission ist ohne die schon vorhandenen Synagogen in Kleinasien und Rom nicht zu denken; die „Gottesfürchtigen“ rund um die Synagogen schlagen dann die Brücke zu den „Heidenchristen“. Mit diesen findet eine gewisse Loslösung von der Synagoge ab; doch bleiben noch lange enge Beziehungen der Synagogen zu den wachsenden christlichen Gemeinden. Das belegen gut Beispiele aus Kleinasien im 4.-5. Jh., aber auch noch in Rom, später in Süditalien und dann in Gallien, wo die Kirche immer mehr in Konkurrenz zur Synagoge tritt, auch Synagogen zerstört, aber doch nie ganz ohne die Synagoge leben kann.
Günter Stemberger lehrt am Institut für Judaistik der Univ. Wien