DAS GEDENKPROGRAMM
Donnerstag, 26. Oktober, 8.30 bis 19.30 Uhr
Begegnung mit Geschichte und Erinnerung – Besuch von drei der ehemals jüdischen Siebengemeinden im Burgenland: Kobersdorf, Lackenbach, Mattersburg
Exkursion
Die Familien Esterhaźy und Batthyány gewährten von 1612 bis 1848 der jüdischen Bevölkerung im heutigen Burgenland Privilegien. Mit dem „Österreich-Ungarn Ausgleich“ 1867 waren Jüdinnen und Juden bis zur Vertreibung durch das NS-Regime freie, gleichberechtigte Staatsbürger. Dazu kamen die Schutzbriefe der Esterházys aus 1690, die den sogenannten jüdischen Siebengemeinden (Eisenstadt, Mattersburg, Kittsee, Frauenkirchen, Kobersdorf, Lackenbach, Deutschkreutz) ein ungestörtes Kommunal-, Wirtschafts- und Geistesleben ermöglichten. Die Exkursion führt zu Gedenkorten an drei der Siebengemeinden, Ausgangspunkt ist Kobersdorf, wo die einzige Synagoge erhalten ist, die die Zerstörung durch die Nationalsozialisten 1938-40 überstanden hat.
Leitung: Mag. Annemarie Weinzettl
Treffpunkt: 8.30 Uhr, 1010 Wien, Rathausplatz/Universität
Beitrag: € 45,-
Infos & Anmeldung (unbedingt erforderlich bis 23. Oktober):
www.kav-wien.at,
ka.forumzeitundglaube@edw.or.at
Programmfolder downloadbar hier
Donnerstag, 26. Oktober, 18.30 Uhr
Umkehr/Teschuwa!? – Die Kirchen und die jüdischen Gemeinden.
Workshop
Margit Leuthold und Willy Weisz kommen über das christliche Verständnis von Umkehr und das jüdische Verständnis von Teschuwa miteinander ins Gespräch und fragen nach der Bedeutung für Umkehr der Kirchen. Anlass sind 25 Jahre seit der bahnbrechenden Erklärung „Zeit zur Umkehr. Die Evangelischen Kirchen und die Juden“. Vier Beispiele für Umkehr der Kirchen in Österreich werden vorgestellt, besonders die Initiative zum antisemitischen Pfarrer Deckert. Musikalisch wird der Abend von Benjy Fox-Rosen, Leiter des Wiener Stadttempel Chores, gestaltet.
Ort: Pfarre St. Josef/Weinhaus, 1190 Wien, Gentzgasse 142
Infos & Anmeldung: Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit,
www.christenundjuden.org,
info@christenundjuden.org
Samstag, 4. November, 17 Uhr
Absage an jede Judenfeindschaft
Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht
Beim Jahresevangelisten Matthäus finden sich Texte, die jahrhundertelang zur Rechtfertigung christlicher Judenfeindschaft herhielten. Wie kann das Matthäusevangelium heute so gelesen werden, dass antijüdische Haltungen darauf nicht mehr Bezug nehmen?
Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien
Infos: www.ruprechtskirche.at
Sonntag, 5. November, 10 bis 16 Uhr
Jüdische PsychologInnen und Mediziner im 20. Jahrhundert
Tagung
Die Veranstaltung erinnert an wichtige jüdische Psychologen und Mediziner, die meisten von ihnen mussten nach 1933 Europa verlassen. Sie haben die europäische Kultur entscheidend geprägt, ihr Werk wirkt bis heute vielfältig weiter.
Referent(inn)en: Anton Grabner-Haider, Kulturwissenschaftler und Professor für Religionsphilosophie an der Uni Graz, sowie Kristin Orthacker, Bernd Ricken, Hannes Weinelt, Edith Riether.
Ort: Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4 / 1090 Wien
Beitrag: € 40,- (Halbtag: € 20,-)
Infos & Anmeldung: www.kav-wien.at
Montag, 6. November, 19.30 Uhr
„Dolmetscher“ (CZ/SK/A 2018)
Film und Gespräch
Der 80-jährige, in Bratislava lebende Dolmetscher Ali Ungár reist nach Wien um späte Rache am mutmaßlichen Mörder seiner Eltern zu üben, die im Holocaust getötet wurden. Doch statt des ehemaligen SS-Offiziers Kurt Graubner findet dieser dessen Sohn Georg vor. Georg ist ein pensionierter Schwerenöter und Bonvivant, das genaue Gegenteil des ernsthaften und grüblerischen Ali. Zuerst abweisend, beginnt er in dem unerwarteten Besuch eine Chance zu sehen, den dunklen Fleck in der Familiengeschichte endlich aufzuarbeiten. Er engagiert Ali kurzerhand als Fremdenführer und Übersetzer für eine gemeinsame Forschungsreise durch die Slowakei. Zusammen wollen sie die wenigen noch lebenden Zeitzeugen aufstöbern, die ihnen etwas über die dunkle Vergangenheit des Landes er-zählen können. Der Film ist auch eine Erinnerung an die verstorbenen Filmgrößen Peter Simonischek (Georg Graubner) und Jiří Menzel (Ali Ungár). – Im Anschluss Gespräch über den Film.
Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12
Preis: € 8,60
Infos: www.kav-wien.at
Tickets: www.votivkino.at
Dienstag, 7. November, 18.30 Uhr
Verortung der Zukunft?! – Interreligiöse Orte und ihr Beitrag zu einer weltoffenen Gesellschaft
Podiumsdiskussion
85 Jahre nach den Novemberpogromen ist ein Einstehen der Religionsgemeinschaften füreinander und vor allem in Toleranz allen Lebensentwürfen gegenüber so wichtig wie eh und je. Grundlegend dafür scheint der interreligiöse Dialog. In der Seestadt Aspern, Wien, ist seit etwa 10 Jahren ein „Campus der Religionen“ geplant. Sowohl das bauliche Konzept als auch der gemeinsame Anspruch an das Projekt ist und war Aushandlungsprozess innerhalb der beteiligten Glaubensgemeinschaften und der Stadt Wien. Wir diskutieren, wie sich gegenseitige interreligiöse Toleranz gut „verorten“ lässt. Wir fragen nach, welche Strömungen innerhalb einzelner Religionsgemeinschaften den Dialog fördern und welche dem entgegenstehen? Welche Wirkung kann die interreligiöse Zusammenarbeit über religiöse Grenzen für säkulare Gesellschaften haben?
Am Podium: Esther Hirsch/House of One, Berlin; Anna Kampl/Religions for Equality & evang. Pfarrerin in Simmering; Christoph Nowak/Politikwissenschafter ÖAW; Andreas G. Weiß/Theologe & Erwachsenenbildner
Moderation: Doris Helmberge-Fleckl/DIE FURCHE
Ort: Albert-Schweitzer-Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 13
Infos & Anmeldung:
www.ash-forum.at
Mittwoch, 8. November, 18 Uhr
Der neue Streit um die Menschenrechte – Liberale Demokratie versus Autoritarismus
Vortrag
In allen Weltregionen, auch in den Kernstaaten der westlichen Demokratie, werden heute die Menschenrechte nicht nur verletzt, sondern von politischen und religiösen Bewegungen in aller Offenheit in Frage gestellt. Die „Pandemie des Autoritarismus“ (A. Sen) ist zu einer ernsthaften Bedrohung des Weltfriedens geworden.?
Referent: Johann Schelkshorn, Professor für Interkulturelle Religionsphilosophie, Uni Wien
Ort: Theologische Kurse, Stephansplatz 3, 1010 Wien
Beitrag: € 13,-
Infos & Anmeldung: www.theologischekurse.at
Donnerstag, 9. November, 19 Uhr
MECHAYE HAMETIM – DER DIE TOTEN AUFERWECKT
Ökumenischer Gedenkgottesdienst am 85. Jahrestag der Novemberpogrome 1938
Worte des Gedenkens: Generalvikar Nikolaus Krasa, röm.-kath. Erzdiözese Wien
Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien
anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz
Infos: www.ruprechtskirche.at
Freitag, 10. November, 16 Uhr
Superjuden – Jüdische Identität im Fußballstadion
Führung durch die Ausstellung im Jüdischen Museum Wien
Eine Erfolgsgeschichte des „jüdischen Fußballs“ schrieb im Wien der Zwischenkriegszeit der zionistisch geprägte SC Hakoah. Wenig bekannt ist, dass auch andere Fußballklubs eine „jüdische Geschichte“ haben. Was macht einen Klub zu einem jüdischen Klub? Auch in London, Amsterdam und München wird der jüdische Anteil an deren Vereinsgeschichte in den Blick genommen und auf die identitätsbildende Bedeutung der Fußballstadien eingegangen. Wie es um das Bewusstsein für die jüdische Geschichte in den Fangemeinden steht und wie mit ihr umgegangen wird, thematisiert diese Ausstellung ebenso wie die Fortschreibung antisemitischer Vorurteile im Fußball bis in die Gegenwart.
Referentin: Barbara Staudinger, Direktorin des Jüdischen Museums Wien
Ort: Jüdisches Museum Wien, 1010 Wien, Dorotheergasse 11
Beitrag: € 15,-
Infos & Anmeldung (unbedingt erforderlich):
www.kav-wien.at,
ka.forumzeitundglaube@edw.or.at
Sonntag, 12. November, 10 Uhr
Gedenkend durch die Vorstadt
Stadtspziergang
Auch diesen November gedenken wir der Pogrome im Zuge eines gemeinsamen Gedenkspazierganges von der Ewigkeitsgasse bis zum Jüdischen Friedhof Währing. Der Gedenkspaziergang besteht aus zwei Teilen, es muss nicht an beiden teilgenommen werden.
1. Gedenkspaziergang – von der Ewigkeitsgasse bis zum Jüdischen Friedhof Währing (10 bis 12.30 Uhr)
2. Führung durch den Jüdischen Friedhof Währing (ab 13 Uhr)
Leitung: Matej Perč, ASH-Forum
Treffpunkt: 1170 Wien, Thelemanngasse 4, 1150 Wien
Beitrag: € 8,- (für die Friedhofsführung)
Infos & Anmeldung:
www.ash-forum.at
Montag, 13. November, 18 Uhr
„Ein ganz gewöhnlicher Jude“ (Charles Lewinsky)
Aufführung von Jörg Stelling
Einführung: Martin Jäggle
Jörg Stelling, in der Rolle von Emanuel Goldfarb, lehnt die Einladung einer Schule, über sich als Jude etwas zu erzählen, ab. Sein Antwortschreiben wird dabei zur Abrechnung mit der Situation der Juden im Nachkriegsdeutschland. Wortreich, pointiert und manchmal zynisch beschreibt er das Spannungsfeld zwischen altem Antisemitismus und neuer politischer Korrektheit.
Jörg Stelling ist freischaffender Schauspieler und Sprecher mit Engagements u.a. am Ensembletheater Wien, Volkstheater Wien, Theater Drachengasse, Theater Gruppe 80, Stadttheater Mödling oder der Schauspieltruppe Zürich.
Martin Jäggle ist Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
Ort: FranZ, 1020 Wien, Bruno Marek-Allee 11
Infos & Anmeldung:
www.christenundjuden.org,
info@christenundjuden.org
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von: Gemeinde St. Ruprecht, Albert-Schweitzer-Haus – Forum für Zivilgesellschaft, Evangelische Hochschulgemeinde Wien, Die Furche, Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademiker/innenverband der Erzdiözese Wien, Katholische Aktion Österreich, Katholische Hochschuljugend Wien, Koordinierungsausschuss für christl.-jüd. Zusammenarbeit, Theologische Kurse