Filmmontag am
6. März um 19 Uhr
Otto-Mauer-Zentrum

 Vitalina Varela, 55, landet in Lissabon. Über 20 Jahre hat sie gebraucht, bis sie sich den Flug in die portugiesische Hauptstadt leisten kann, in der ihr Mann, mit dem sie auf den Kapverden ein Haus gebaut hat, lebte. Auf dem Rollfeld empfängt sie eine Putzbrigade: „Vitalina … Mein Beileid. Du kommst zu spät. Das Begräbnis deines Mannes war vor drei Tagen. Hier in Portugal gibt es nichts für dich. Sein Haus gehört dir nicht. Geh zurück nach Hause.“ Die Hauptdarstellerin des Films von Pedro Costa spielt sich selbst: Eine vom Leben gezeichnete Frau, die in der südwesteuropäischen Wirklichkeit lernt, sich zurechtzufinden. Eine Orgie an Schwarz ist dieser Film, aber auch ein Referenzwerk für die Filmsprache des 21. Jahrhundert: Diesen Film muss man gesehen haben – kein Wunder, dass „Vitalina Varela“ in Locarno 2019 mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet wurde.

Regie: Pedro Costa. Mit Vitalina Varela, Ventura. 124 min.

Otto Friedrich ist Ressortleiter für Religion, Film, Medien bei der Wochenzeitung „Die Furche“.
Christian Rathner ist Religionsjournalist und Dokumentarfilmer beim ORF-Fernsehen.

 

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