Vortrag von ULRICH KÖRTNER
Dienstag, 21. Februar, 18.30 Uhr !!
Otto-Mauer-Zentrum
Ein kritischer Blick auf den Anspruch eines Weltethos
„Kein Weltfriede ohne Religionsfriede. Kein Religionsfriede ohne Religionsdialog.“ (H. Küng) Unbeschadet der Konkurrenz sind die Religionen für die Möglichkeit eines Weltethos unentbehrlich. Sie seien dazu in der Lage, weil sie in einem gemeinsamen Grundethos konvergieren, dessen oberste Maxime die sogenannte Goldene Regel ist. In Wahrheit sieht sich das Projekt Weltethos freilich nicht nur mit dem Pluralismus der Ethiken, sondern zusätzlich mit dem Pluralismus der Religionen konfrontiert. Dass es angesichts der globalen Probleme und des Konfliktpotentials multikultureller Gesellschaften notwendig ist, einen interreligiösen Dialog auf allen Ebenen zu führen und nach ethischen Konvergenzen der Weltreligionen zu suchen, dürfte außer Frage stehen. Aber angesichts der bestehenden Differenzen stößt die Idee des Weltethos an seine Grenzen – eben darum empfiehlt sich ein kritischer Blick auf Küngs Programm.
Ulrich Körtner ist ein deutsch-österreichischer evangelischer Theologe und Medizinethiker.