Die Veranstaltungen des Forums Zeit und Glaube zur Bedenkwoche Mechaye Hametim 2022:

Sonntag, 23. Oktober 2022, 9.00 – ca. 17.00
Exkursion: Jüdisches Leben in der Buckligen Welt
Die Erforschung jüdischen Lebens in der Buckligen Welt zeigt, dass Jüdinnen und Juden bis 1938 im dörflichen Alltagsleben an sich gut integriert waren. In einigen Gemeinden dieser niederösterreichischen Region sind deren Spuren auch heute noch sichtbar. Werner Sulzgruber, Historiker und Mitherausgeber des Buchs „Eine versunkene Welt – jüdisches Leben in der Buckligen Welt und im Wechselgebiet“ (2019) führt uns nach Bad Erlach zum Haus des ehemaligen Familienunternehmens Hacker. In Hochwolkersdorf werden wir dann zu Mittag essen und den „Gedenkraum 1945“ besuchen. Beim Spaziergang durch Wiesmath suchen wir abschließend nach den vertriebenen Nachbarn dieses Ortes. Woher sie kamen, wohin sie verschwunden sind und wie an sie erinnert wird, sind die Themen dieser Exkursion.

Ort : Abfahrt vom Cafe Landtmann/Universitätsring
Anmeldung unbedingt erforderlich bis 20. Oktober ka.forumzeitundglaube@edw.or.at

 

 

Montag, 24. Oktober 2022, 19 Uhr
Aufführung: Jörg Stelling spielt „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ (Charles Lewinsky)
Einführung: Martin Jäggle
Jörg Selling, in der Rolle von Emanuel Goldfarb, lehnt die Einladung einer Schule, über sich als Jude etwas zu erzählen, ab. Sein Antwortschreiben wird dabei zur Abrechnung mit der Situation der Juden im Nachkriegsdeutschland. Wortreich, pointiert und manchmal zynisch beschreibt er das Spannungsfeld zwischen altem Antisemitismus und neuer politischer Korrektheit.

Jörg Stelling ist freischaffender Schauspieler und Sprecher mit Engagements am Ensembletheater Wien, am Volkstheater Wien, Theater Drachengasse, Theater Gruppe 80, Stadttheater Mödling oder der Schauspieltruppe Zürich. Sein Betätigungsspektrum reicht vom Sprechtheater über das Kabarett bis zum Musical.

 

 

Montag, 07. November 2022, 19:30 Uhr

Filmmontag: Otto Friedrich und Christian Rathner zeigen Der Anständige (IL/A/D 2014)
In Heinrich Himmler, einem der größten Kriegsverbrecher, kulminieren der Aberwitz und die Unmenschlichkeit des NS-Systems. Die israelische Dokumentarfilmerin Vanessa Lapa hat ein verstörendes Filmporträt über den mörderischen Biedermann gestaltet. Sie nimmt Zitate aus den Briefen Himmlers und seiner engsten Familie zum Ausgangspunkt der Textierung ihres Films und unterlegt diese mit Bildern aus den 1920er bis 1940er-Jahren – zum Teil bis dahin unveröffentlichte Privat- und Amateuraufnahmen. Vorgetragen werden die Texte u.a. von Tobias Moretti, der Himmlers Briefe liest, und Sophie Rois, die seiner Frau Marga die Stimme leiht.

Im Anschluss an den Film Gespräch mit dessen Produzenten Felix Breisach (angefragt).

Otto Friedrich ist Ressortleiter Religion, Film, Medien bei der Wochenzeitung „Die Furche“.
Christian Rathner ist Religionsjournalist und Dokumen­tar­­filmer beim ORF-Fernsehen.

Ort: VOTIVKINO (!) / Währinger Str. 12 / 1090 Wien

 

 

 

Dienstag, 8. November 2002, 19 Uhr
Buchpräsentation: Anton Grabner-Haider (Hg) / Anton Pelinka / Arnold Mettnitzer
Denken im Widerstand. Gegen Fake News und neue Ideologien
In Erinnerung an den jüdischen Rechtsphilosophen Ota Weinberger wendet sich dieses Buch gegen neue Ideologien des Vergessens, gegen den neuen Antisemitismus und die geistige Aufrüstung in den neuen Medien. Sie will dazu einladen, genau hinzusehen und die liberale Demokratie und die allgemeinen Menschenrechte mit allen Mitteln zu verteidigen. Im Sinne der „aufrechten Vernunft“ (Stoiker) sollen Demokratie, Rechtsstaat, allgemeine Menschenrechte und europäische Aufklärung gegen offene und verdeckte Feinde verteidigt werden.

Anton Grabner-Haider ist Kulturwissenschaftler und Professor für Religionsphilosophie an der Universität Graz.

 

Das vollständige Programm downloadbar hier

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