Vortrag von EBRAHIM AFSAH
Donnerstag, 5. November, 19 Uhr
Otto-Mauer-Zentrum
Der religiös dominierte politische Diskurs in der islamischen Welt indiziert die gescheiterte Absorption jener Herausforderungen, die mit der globalen Moderne zwangsläufig einhergehen. Der geistige Rückzug in die „leere Festung“ (Bettelheim) vormoderner Vorstellungen wie der Rückgriff auf Ansprüche des Islamischen Rechts stellen jedoch keinen effektiven Ausweg aus dieser Sackgasse dar. Der Vortrag zeigt auf, dass der aktuelle akademische Diskurs, der die religiösen Ursachen der Probleme theologisch und hermeneutisch zu erschließen sucht, sich nicht nur als sinnlos herausstellt, sondern die unheilvolle Allianz der vormodernen Islamisten mit postmodernen Akademikern zu begünstigen droht.
Ebrahim Afsah ist Professor für Rechtswesen und Ethik im Islam am Institut für Europarecht, Internati-onales Recht und Rechtsvergleichung der Universität Wien. Zugleich ist er Assoziierter Professor für Völker-recht an der Universität Kopenhagen und ständiger Gastprofessor für Internationale Beziehungen an der Universität Brest