Exkursion im Rahmen von mechaye hametim am FREITAG, 26. OKTOBER, 7:45 bis 19:45 Uhr
Wir beginnen unsere Exkursion in Frauenkirchen, der jüngsten der jüdischen „Siebengemeinden“ im Burgenland. Ab 1678 kam es zu einer Ansiedlung von Jüdinnen und Juden, die als Kultusgemeinde über eine Synagoge, eine Schule und einen eigenen Friedhof verfügte und zahlenmäßig Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunk erreichte.1938 endete ihre Geschichte. 2013 wurde die Gedenkstätte „Garten der Erinnerung“ an jener Stelle errichtet, an der einst die Synagoge stand und wo u.a. ein Modell des ehemaligen jüdischen Viertels und etliche Dokumente über das Leben der Vertriebenen und Ermordeten informiert.
Unsere nächste Station ist Mosonmagyaróvár, das 1939 durch Zusammenlegung von Moson (dt.: Wieselburg) & Magyaróvár (dt.: Ungarisch-Altenburg) entstand. Die Stadt war von 1763 – 1945 im Privatbesitz der Habsburger, wo bis zum II. Weltkrieg ca. 500 Jüdinnen und Juden lebten und ein reges Gemeindeleben mit Synagoge und anderen Einrichtungen führten. 1944 wurden 466 Personen nach Auschwitz deportiert. Seit 2014 gibt es die Holocaust-Gedenkstätte vor der 1990 renovierten Zeremonienhalle des jüdischen Friedhofs, den wir besuchen.
Nach dem Mittagessen geht es nach Komárom, am rechten Ufer der Donau, wo der Fluss die Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei und dem slowakischen Komárno und dem ungarischen Komárom (dt.: Komorn) bildet. Die Elisabethbrücke verbindet seit 1892 die beiden Donauufer. Komárom geht auf eine alte mittelalterliche Gründung aus dem 11. Jahrhundert zurück. Die Festungsanlagen aus mehreren Jahrhunderten sind Zeugen einer einst wichtigen strategischen Stadt. Bis 1938 zählte dort die jüdische Bevölkerung etwa 3.000 Personen, von denen nur 248 überlebten. Heute gibt es noch eine kleine jüdische Gemeinde von etwa 45 Mitgliedern. Die drei Synagogen, die jetzt teils unterschiedlichen Zwecken dienen sowie andere historisch wichtige Objekte werden wir auf unserem Rundgang kennen lernen, darunter das Denkmal aus dem Jahr 1999 für alle Opfer der Gewalt: an die von 1944-1948 ins KZ deportierten und umgebrachten jüdischen Bürgerinnen und Bürger sowie an die Zwangsumgesiedelten.
Die eindrucksvollen Zeugnisse von ehemals blühenden jüdischen Gemeinden, über die wir erfahren, mahnen uns in der Gegenwart Lebende, ihr tragisches Schicksal nie in Vergessenheit geraten zu lassen.
Treffpunkt: 07:45 Uhr Rathausplatz (zw. Rathauspark & Universität)
Kosten: 45.- Euro (Fahrt, Eintritte, Führungen)
Anmeldung bis spätestens 24. Oktober unter
01/51552-5100 bzw. ka.forumzeitundglaube@edw.or.at