Vortrag und Zeitzeugengespräch im Rahmen von „mechaye hametim“ am Mittwoch, 11. November um 19 Uhr, OMZ Währinger Str. 2-4, 1090 Wien
Johannes Koll:
„Vertreibung von jüdischen Studierenden der Wiener Hochschule für Welthandel nach 1938“
anschl. Otto Friedrich im Gespräch mit Heinz Kienzl: Erinnerungen eines Zeitzeugen
Der „Anschluss“ Österreichs 1938 hatte auch für die Hochschulen tiefgreifende Folgen. Forschung und Lehre wurden der NS-Ideologie angepasst, der Lehrkörper wurde „gesäubert“. Was aber geschah mit den Studierenden? Anhand der Hochschule für Welthandel wird das Schicksal jener nachgezeichnet, die aus rassischen oder politischen Gründen vertrieben oder anderweitig diskriminiert wurden.

Johannes Koll ist Privatdozent für Neuere Geschichte an der Universität Wien und Leiter des Universitätsarchivs der Wirtschaftsuniversität Wien.

Heinz Kienzl wurde 1942 wegen „Abweisung des Mischlingsansuchens“ amtlich von der Hochschule für Welthandel exmatrikuliert. 1947 setzte er sein Studium fort. Bis 1988 war er Generaldirektor, dann 1. Vizepräsident der Österreichischen Nationalbank.

Otto Friedrich ist Redakteur der Wochenzeitung Die Furche und Mitinitiator von „mechaje hametim“, dem jährlichen Veranstaltungsprojekt im Gedenken an die Novemberpogrome 1938