Vortrag am Dienstag, 21. Oktober um 18.30 / Otto-Mauer-Zentrum / Währinger Str.2-4 / 1090 Wien
In der Frühzeit der Religionswissenschaft hat man evolutionistische Systeme der Entwicklung von Religionen aufgestellt. Rezente Religionen von Völkern mit einfacheren Wirtschaftsformen (Jäger und Sammler, Pflanzer, Nomaden, einfache Ackerbauern) wurden dabei als „archaisch“ klassifiziert und sollten die frühen Stufen der Religionen der Menschheit darstellen. Diese Entwicklungsschemata sind aus verschiedenen Gründen in der Religionswissenschaft ad acta gelegt worden, die Konstruktion einer „Urstufe“ der Religion ist weithin aufgegeben worden. Unter den als „Naturreligionen“ und ähnlichen Kategorien zusammengefassten Religionen finden sich sehr unterschiedliche religiöse Systeme. Im Vortrag werden Beispiele aus verschiedenen Regionen erörtert und die verschiedenen Kategorien kritisch diskutiert, zentral sind die Begriffe des „Schamanismus“ (zirkumpolare Kulturen) und des „dreaming“ („Traumzeit“) bei den Aborigines Australiens.