Vortrag, am Mittwoch, 11. Juni um 19 Uhr / Otto-Mauer-Zentrum / Währinger Str. 2-4 / 1090 Wien
Um ihre patriotische Gesinnung zu bekunden und dem Vaterland nach Kräften beizustehen, griffen mit Kriegsausbruch Intellektuelle und Philosophen beider Lager spontan zur Feder. In Denkschriften, Pamphleten und Abhandlungen deuteten sie den Menschen im Hinterland und an der Front die Zeichen der Zeit. Dem Blutvergießen ließen sie, um seiner Beispiellosigkeit gerecht zu werden, metaphysisch-geschichtsphilosophische Sinnzuschreibungen angedeihen. Im Vortrag wird es darum gehen, sich einen Überblick über die einzelnen Argumente und Topoi der beiderseitigen Ideologisierung des Kriegs zu verschaffen, Differenzierungen vorzunehmen, auf die wenigen Gegenstimmen hinzuweisen und die Auswirkungen auf Politik und Philosophie nach 1918 aufzuzeigen.
Rainer Thurnher ist ao. Professor am Institut für Philosophie an der Universität Innsbruck