power-point-Folien des Vortrags vom 11. März 2014

Der Mensch erfährt sich selbst als Mangel in Krankheit, Hunger und Fasten. Bekömmlichkeit, Bedürftigkeit und Bescheidenheit prägen das Verhältnis des Menschen zu seinem Körper, zur Gesellschaft und zu Gott. Man ist auch, was man nicht isst, nicht essen kann oder nicht essen will. Essen bedeutet Partizipation an der Welt; die Unverträglichkeit des Essens macht uns negativo modo des präpersonalen „Vertrags“ mit der Welt bewusst. Die Bedürftigkeit wiederum liegt als ontologischer Mangel der Armut als wirtschaftlich und sozial bedingtem Mangel zugrunde. Befreit sich schließlich der Mensch von diesen äußeren Begrenzungen, dann beschränkt er paradoxerweise seine eigene Freiheit im freiwilligen Verzicht, um dadurch die innere Freiheit vor dem Tod zu gewinnen. Was unterscheidet aber das religiöse Fasten der Wüstenväter von der „neuen Askese“ der Diätsucht oder der Magersucht? Auf dem Weg unserer Überlegungen begleiten uns Philosophen wie Heidegger, Günther Anders, Nietzsche und Thomas Macho, sowie auch katholische Theologen und orthodoxe Eremiten.

Mădălina Diaconu ist Privatdozentin für Philosophie an der Universität Wien.

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