Vortrag am Donnerstag, 20. Juni 2013 um 19 Uhr / Otto-Mauer-Zentrum / Währinger Straße 2-4 / 1090 Wien
Die Schaffung einer eigenen Schrift, die Übersetzung der Heiligen Schrift ins Armenische und die Einführung einer eigenen Zeitrechnung brachte der armenischen Kirche eine nationale Eigenständigkeit. Im Gegensatz zum armenischen Staat entwickelte sie eine eigene Stärke, die es ihr ermöglichte, auch in Zeiten der Besatzungen, der Vertreibungen und der weltweiten Zerstreuung identitätsstiftend für alle Armenier/innen zu wirken. In der Sowjetzeit war sie zu einem stillen Leben verurteilt. Seit Armeniens Unabhängigkeit spielt die armenische Kirche in der Öffentlichkeit wieder eine grosse Rolle. Säkularisierung, Atheisierung, Sekten, der Islam und das noch immer nachwirkende Trauma des Genozids (1915) sind einige der großen Herausforderungen der Gegenwart für sie.
Jasmine Dum-Tragut ist habilitierte Armenologin, leitet die Abteilung für armenische Studien am Mayr-Melnhof-Institut für den christlichen Osten der Universität Salzburg und ist Mitarbeiterin der Stiftung Pro Oriente.