Vortrag am Mittwoch, 17. April um 19 Uhr / Otto-Mauer-Zentrum / Währinger Straße 2-4 / 1090 Wien
Polemische Auseinandersetzungen gehörten zum kommunikativen Alltag der Antike. Dies schloss auch religiöse Konflikte nicht aus und war Teil der Konfliktkultur jüdischer religiöser Gruppierungen. Dass das Neue Testament gegen Juden gerichtete Polemiken enthält, ist unumstritten. Ein Vergleich mit den Texten von Qumran macht jedoch deutlich, dass die judenfeindliche Passagen des Neuen Testaments über den Regelfall innerjüdischer Konflikte hinausgehen und das Judentum im Ganzen ablehnen. Können diese frühchristlichen Texte daher als antisemitisch beschrieben werden?
Armin Lange ist Professor für Judaistik an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Das Judentum der Zeit des Zweiten Tempels und die Schriftrollen von Qumran sind sein Spezialgebiet.