Vortrag von JAN HEINER TÜCK
Dienstag, 24. November, 19 Uhr
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Paul Celans Dichtung gehört zu den eindringlichsten literarischen Zeugnissen des 20. Jahrhunderts. Sie ist gezeichnet von der Erinnerung an die Shoah, die für Celan biographisch mit der Verschleppung und dem Tod seiner Eltern verknüpft ist. Seine Dichtung versucht den Toten einen Erinnerungsort in der Sprache zu schaffen. Im Band „Die Niemandsrose“ geht es zugleich um eine poetische Auseinandersetzung mit seinen jüdischen Wurzeln. Biblische Motive finden sich dort ebenso wie Spuren jüdischer Mystik und Anspielungen auf die Passion des Gekreuzigten. Aber religiöse Motive, das wird der Vortrag an der Lektüre ausgewählter Gedichte zeigen, werden von Celan nicht einfach übernommen, sondern radikal gebrochen und verfremdet.
Jan-Heiner Tück ist Professor für Dogmatische Theologie an der Universität Wien, Schriftleiter der Internationalen Katholischen Zeitschrift COMMUNIO und freier Mitarbeiter bei der Neuen Zürcher Zeitung.