Exkursion am Donnerstag, 26. Oktober
Die ersten sicheren Spuren jüdischen Lebens im Burgenland führen in das 13. Jahrhundert. Eine kontinuierliche Besiedlung ist erst ab dem 2. Drittel des 17. Jhdts. nachzuweisen. Dasselbe gilt auch für viele Orte der Slowakei. Alle standen unter dem Schutz adeliger Grundherren. Ihre Rechte und Pflichten waren bis ins kleinste Detail auf Vertragsbasis geregelt, erlaubte aber reges jüdisches Gemeindeleben. Als dieses Abhängigkeitsverhältnis 1848 endete und jüdische Bürgerinnen und Bürger die staatsbürgerliche Gleichstellung erlangten und ein großteils friedliches Zusammenleben mit der übrigen Bevölkerung herrschte, entfaltete sich auch ein blühendes jüdisches Gemeindeleben. 1938 markiert deren Ende. – In keinem Ort auf unserer Exkursion gibt es heute jüdische Gemeinden.
Der historische Spaziergang in Kittsee führt zu den Wohnstätten ehemaliger jüdischer Familien, vorbei an Gedenktafeln – Standort Synagoge, die Opfer des Holocaust etc. – bis zum jüdischen Friedhof an der Mauer der „Alten Burg“.
Rusovce (dt. Karlburg), ein Stadtteil von Bratislava, war bis 1972 eine eigenständige Gemeinde, an deren jüdische Vergangenheit nur mehr spärliche Relikte erinnern. In der neu errichteten „Interkonfessionellen Gedenkstätte“ am Ende des Schlossparks von Karlburg erfährt man ihre Geschichte. – In der Nachbarschaft befindet sich das Gelände der ehemaligen Trianon-Schleuse von Rajka (dt. Ragendorf) / Ungarn, über die 1938 die Rettung einiger Judenaus Kittsee und Umgebung gelang.
Mit dem Besuch von Trnava (dt.Tyrnau), einer historisch wie architektonisch bedeutenden Stadt mit zahlreichen Kirchen (was zur Bezeichnung „Slowakisches Rom“ führte) und den zwei gut erhaltenen Synagogen, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen, sowie dem gepflegten jüdischen Friedhof, endet die diesjährige Exkursion.
Treffpunkt: !! 7:45 Rathausplatz (zwischen Park & Universität) !!
Kosten: 35,- Euro (Fahrt, Eintritte und Führungen)
Anmeldung bis spätestens 24. Oktober 2017:
Tel.: 01/51552-5100 / E-Mail: g.braun@edw.or.at
Detailprogramm wird digital verschickt und liegt ab Ende September im Foyer des KAV-Veranstaltungslokals auf.