Vortrag am Mittwoch, 8. März um 19 Uhr / Otto-Mauer-Zentrum / Währinger Str. 2-4 / 1090 Wien
„… und wenn dort bisher vier Planeten verborgen gewesen seien, was sollte uns daran hindern zu glauben, […] daß unendlich viele andere Welten existieren!“: so schreibt Johannes Kepler in einem Brief an Galileo Galilei kurz nach der Entdeckung der Monde des Jupiter durch den Italiener um den Jahreswechsel 1609/10. Keplers Weitsicht spiegelt sich in den tausenden Planetensystemen, die uns heute bekannt sind, wider. Auch diese fernen Planeten gehorchen den vor 400 Jahren gefundenen Keplerschen Gesetzen – doch erst modernste erd- und weltraumgestützte Beobachtungseinrichtungen haben sie für uns erkenn- und studierbar gemacht. Der Vortrag kontrastiert Keplers Sicht zur Frage nach der Einmaligkeit unseres Sonnensystems bzw. des Lebens im Universum mit dem heutigen Stand der Forschung und benennt Keplers immer noch aktuelle Beiträge dazu.
Franz Kerschbaum lehrt beobachtende Astrophysik am Institut für Astronomie der Universität Wien.