Stationen des Herbstausflugs 2018 in Wort und Bild

Besuch der Ausstellung „Byzanz & der Westen“ auf der Schallaburg
Es ist die Beziehungsgeschichte zweier Reiche, die gleichsam den roten Faden dieser Ausstellung bildet. Nicht nur rein Historisches wurde vermittelt, vielmehr konnten wir uns ein Bild davon machen, wie beide Reiche miteinander kommunizierten, wie sie sich gegenseitig wahrnahmen und welche Sehnsüchte und Ängste sie einander weckten.

Das Römische Reich erstreckt sich rund um das Mittelmeer. Im 4. Jhdt kam es zur gewollten Trennung. Das Oströmische oder Byzantinische Reich steigt mit der Hauptstadt Konstantinopel zur Weltmacht auf und wird zum politischen und kulturellen Zentrum des Mittelmeeres. Dies zieht eine rege Reisetätigkeit von Kaufleuten und Pilgern von Ost nach West, vor allem aber von West nach Ost nach sich. Byzanz strahlt. Wer im Westen zur absoluten Elite zählen will, trägt byzantinische Seide, besitzt Reliquien von östlichen Heiligen oder heiratet gar eine Prinzessin. Doch die Byzantiner geben ihre Schätze nur ausgesuchten Freunden als Geschenke. So lassen sich Feinde beschwichtigen und Freunde gewinnen. Andererseits gibt es politische und religiöse Differenzen und Sprachbarrieren (Latein im Westen, Griechisch im Osten). Beide Seiten schüren vorhandene Vorurteile und heben die trennenden Elemente ihrer Kulturen hervor. Ein fatales Spiel, das schließlich mit dem Untergang der einstigen Supermacht Byzanz durch die osmanische Eroberung Konstantinopls 1453 endet.

Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Melk
Zwischen April 1944 und April 1945 bestand in der Freiherr von Birago-Pionierkaserne Melk ein Konzentrationslager. Es war mit rund 14.400 KZ-Häftlingen, die hier innerhalb eines Jahres zur Zwangsarbeit herangezogen wurden, eines der größten Außenlager des KZ-Standortes Mauthausen. Die Häftlinge kamen aus mehr als 20 unterschiedlichen Ländern und arbeiteten hauptsächlich an der Errichtung einer unterirdischen Stollenanlage im sogenannten Wachberg, der sich zwischen Melk und Loosdorf befindet. In den von KZ-Häftlingen gegrabenen Stollenanlagen wurden ab Spätherbst 1944 Rüstungsgüter (hauptsächlich Kugellager) der Firma Steyr-Daimler-Puch hergestellt.

Dem kriegsbedingten Mangel an Arbeitskräften versuchten das NS-Regime und die Rüstungsfirmen durch massenhaften Einsatz von ausländischen Zivilarbeitern und Kriegsgefangenen, ab 1942 auch durch den Einsatz von KZ-Häftlingen, zu begegnen. Zu diesem Zweck wurden rund um bestehende Konzentrationslager zahlreiche Außenlager errichtet. Mindestens 4.800 KZ-Häftlinge kamen im Lager und auf der Baustelle ums Leben, mehr als 3.500 der Leichen wurden ab Herbst 1944 im eigens errichteten Krematorium in Melk verbrannt. Das frühere Krematoriumsgebäude wurde im Jahr 1962 zum öffentlichen Denkmal erklärt und beherbergt seither die KZ-Gedenkstätte Melk. Die aktuelle zeithistorische Überblicksausstellung in den Räumlichkeiten der Gedenkstätte wurde anfangs der 1990er-Jahre von Bertrand Perz und Gottfried Fliedl verwirklicht, seit dem Jahr 1994 wird die Gedenkstätte vom Verein „MERKwürdig.

 

Herbstausflug 2018

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