Filmmontag im Rahmen von
MECHAYE HAMETIM
11. November, um 19:30 Uhr
Votivkino / Währinger Straße 12
Stefan Zweig zählt zu den wichtigsten und erfolgreichsten österreichischen Autoren zwischen Fin de Siècle und Schoa. Die deutsche Regisseurin Maria Schrader nähert sich in „Vor der Morgenröte“ dem Literaten in den Jahren bis dessen gemeinsamen Suizid mit seiner Frau Lotte 1942 im brasilianischen Exil. Der Titel – ein Zitat aus seinem Abschiedsbrief – beschreibt die Situation Europas, als die NS-Barbarei noch längst nicht niedergerungen war und die Zweigs daran verzweifelten. In sechs Episoden zwischen 1936 und 1942 erzählt der Film vom langsamen Gleiten des Schriftstellers, der von Josef Hader grandios gespielt wird, in existenzielle Ausweglosigkeit. Kunst und Literatur in diesen Zeiten gaben und geben ein unwiederbringliches Zeugnis über das Leid dieser Jahre. Der Film greift dies feinfühlig auf. Ein wichtiges Zeitzeugnis in Tagen, in denen altkannte Dämonen neu auftauchen. Im Anschluss Gespräch über den Film mit Klemens Renoldner, Gründungsdirektor des Stefan-Zweig-Archivs der Universität Salzburg.
Vor der Morgenröte. Regie: Maria Schrader. Mit Josef Hader, Aenne Schwarz, Hanna Schygulla. 106 Min.
Otto Friedrich ist freier Journalist
Christian Rathner ist Religionsjournalist und Dokumentarfilmer beim ORF-Fernsehen.