Franz Kerschbaum und Peter Michor: Astronomie & Mathematik 1938

Doppelvortrag am DIENSTAG, 16. OKTOBER um 19 Uhr / Otto-Mauer-Zentrum / Währinger Str. 2-4 /10980 Wien

Der Zeitraum 1938 bis 1945 an der Wiener Universitätssternwarte lässt sich exemplarisch an der Wirkungsgeschichte einer Zentralfigur studieren – Bruno Thüring. Dieser war von 1941 bis 1945 Direktor der Wiener Universitätssternwarte. In weiteren Kreisen bekannt wurde Thüring insbesondere durch seine polemische Einstein-Kritik, wie er sie insbesondere in der Schrift von 1941: „Albert Einsteins Umsturzversuch der Physik und seine inneren Möglichkeiten und Ursachen“ artikulierte. Der Teil präsentiert die institutionelle Vorgeschichte und die Umstände der Lehrstuhlbesetzung, dann werden das Direktorat Thüring, seine lokale und nationale Wirkung diskutiert.

Im zweiten Vortrag über die Mathematik soll skizziert werden, wie führende Vertreter der Mathematik die Nazi-Zeit verbracht haben: In der Emigration, im KZ, als Parteimitglieder oder nicht. Die Technische Hochschule in Wien war ein frühes (seit 1922) Zentrum des Antisemitismus. An der Universität Wien übernahm ein Scharlatan (Huber) das Mathematische Institut. Der Vertreter des Nazi-Regimes (Theodor Vahlen) im Streit um die deutsche Mathematische Vereinigung hatte österreichische Wurzeln. 

Franz Kerschbaum lehrt beobachtende Astrophysik am Institut für Astronomie der Universität Wien.
Peter Michor ist em. Professor für Mathematik an der Univ. Wien und war Direktor des Erwin-Schrödinger-Instituts für Mathematische Physik.

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