Prof. Heinrich Schneider ist tot

International renommierter Politikwissenschaftler, Friedensforscher und Vatikanberater starb am 1. April 2018 im Alter von 88 Jahren

 

Der international renommierte Politikwissenschaftler, Friedensforscher und Vatikanberater em. Prof. Heinrich Schneider ist am Ostersonntag, 1. April 2018 im Alter von 88 Jahren gestorben. Das Begräbnis findet am 13. April in seinem Wohnort Kaltenleutgeben im Wienerwald statt.

Der gebürtige Deutsche (geb. 10. August 1929) studierte in München und Cleveland (USA) Politikwissenschaft und Soziologie. 1968 wurde er an die Universität Wien berufen, wo er Ordinarius für Politikwissenschaft war. Eine seiner Schwerpunktinteressen betraf die Sicherheitspolitik.

Viele Jahre war Schneider stellvertretender Missionschef der Vatikandelegation bei der "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE) und dann bei der OSZE. In der "heißen Phase" der KSZE-Verhandlungen erreichte er, dass die damalige Sowjetunion ihre Zustimmung zu einem Passus über Religionsfreiheit gab.

Nach seiner Emeritierung war Prof. Schneider 1995/96 Inhaber des Jacques-Delors-Lehrstuhls für Europapolitik in Aachen. Schneider erwarb sich nicht nur in der Forschung, sondern auch durch sein umfassendes kirchliches und humanitäres Engagement große Verdienste. So war er unter anderem Ehrenvorsitzender des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik in Berlin und Mitglied der österreichischen bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax").

Von 1970 bis 1976 war er Präsident des Katholischen Akademikerverbandes Österreichs. In den 1980er Jahren - der Zeit des NATO-Doppelbeschlusses und der großen Friedensdemonstrationen - war Schneider wesentlich an der Meinungsbildung über Friedensfragen in der Katholischen Aktion beteiligt. Er war u.a. auch Vizepräsident der Katholischen Aktion Österreich und zudem Vorsitzender des Katholischen Laienrates Österreichs. Auch in der Katholischen Sozialakademie Österreichs war er als Vorsitzender des Kuratoriums ehrenamtlich tätig. Schneider war auch engagiertes Mitglied des Ritterordens zum Heiligen Grab von Jerusalem ("Grabesritter").

1996 erhielt der Politikwissenschaftler den großen "Kardinal-Innitzer-Preis". 2004 wurde er mit dem Großkreuz des Päpstlichen Gregoriusordens ausgezeichnet. Weiters wurde er etwa mit der Kardinal Opilio Rossi Medaille und dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich geehrt.

 

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